Sonntag, 18. Juli 2010

Vorgeplänkel Rostock Marathon 2010

Wie so oft in der unmittelbaren Vorbereitung für einen Marathon gibt es viele Fragen. Die Form ist gut, die Bedingungen werden jedoch eine Lotterie. Grund genug für mich, im nächsten Jahr auf den Rostock Marathon zu verzichten, vielleicht was Kürzeres.

Für den 1. August 2010 gibt es nun kein zurück mehr. Zweimal konnte ich nun in den letzten Tagen 35 km im Training laufen. Beide liefen wirklich gut. Trotz relativ hohen Tempos war von Leistungseinbruch nix zu spüren. Einem Renntempo von ca. 4:30 min/km sollte bei erträglichen Bedingungen nichts im Wege stehen. Ob es (deutlich) schneller wird, entscheidet nur der Kopf. Alles kann, nichts muss.


Bei den beiden Stadtranglistenläufen bietet sich noch ne kleine Chance auf hohe Punktzahlen um den zweiten Platz abzusichern. Lass mer uns mal überraschen!

Freitag, 18. Juni 2010

Halbzeitbilanz

Dieses Jahr ist irgendwie ein wenig surreal. Das was ich erreichen wollte, ist bereits geschafft. Für ein Statement mitte Juni schon ein wenig kurios. Aber was soll da dieses Jahr noch kommen? Nun lag der Fokus in den letzten Monaten - wenn nicht sogar Jahren - immer beim Marathon. Die drei Stunden zu unterbieten war mir sehr wichtig und von allem Weiteren wollte ich mich überaschen lassen. Das nächste Ziel wäre ein Marathonrenntempo unter 4 Minuten je Kilometer. Keine Frage, ein wenig juckt es mich schon, möglichst bald dieses Ziel zu erreichen. Doch die Motivation für die langwierige Vorbereitung ist irgendwie nicht da.

Ursprünglich geplant hatte ich in Rostock (31.07.), Lengenfeld (9.10.) und Frankfurt (31.10.) über die volle Distanz zu starten. Rostock zum genießen, Lengenfeld für die Teamwertung als Trainingslauf und Frankfurt für eine neue Bestzeit. Klingt viel und ist auch viel.

Nun ist Rostock schon gebucht und Lengenfeld eine sehr schöne Veranstaltung in der näheren Umgebung. Frankfurt war im letzten Jahr eine fantastische Veranstaltung, bedeutet aber zusätzliche drei Wochen Marathonvorbereitung und einen größeren zeitlichen Aufwand. Als eine Option die drei Stunden zu unterbieten wäre Frankfurt ideal gewesen, aber das ist (sympatischer Weise) bereits erreicht. Die Stadtmeisterschaften im Cross empfinde ich als sehr gelungene Entschädigung. Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre im Ernstfall bei einer Staffel für kurzzeitige Ausfälle einzuspringen. Die Planung läuft jedoch auf ein ruhiges Wochenende in Leipzig hinaus.


Nächster Anlauf für eine neue Bestzeit im Marathon wird somit erst Leipzig 2011. Wenn in Lengenfeld die Form stimmt, dann wird natürlich angegriffen. Das zweite Halbjahr 2010 möchte ich auf den kürzeren Distanzen schneller werden. Dazu ging es diesen Montag zur Leistungsdiagnostik mittels Lactattest. Mag dieser Test inzwischen ein wenig umstritten sein (Rolle des Lactats bei der Energieversorgung der Muskulatur), so gibt er doch einen guten Anhaltspunkt zu den Trainingsbereichen. Die Zeiten des Tages: 4:30, 4:00 und 3:30. :) In Verbindung mit dem aktuellen Trainingsplan eine ganz schöne Herausforderung. Aber: von nix kommt nix!

Am Sonntag, nach dem Sonnenwendlauf geht es ersteinmal für 12 Tage nach Frankreich, danach sehen wir weiter.

Samstag, 5. Juni 2010

Sieg in Chemnitz beim Halben!!!

An manchen Tagen kommt alles anders als gedacht. Beim Chemnitz Marathon bot sich eine gute Chance im Terminkalender die persönliche Bestzeit auf der Halbmarathondistanz unter die 1:20:00 h zu drücken. Das war das erklärte Ziel und so sah auch meine Vorbereitung aus.

Laut Internetseite ist die Strecke relativ flach und offiziell vermessen. Anmelden, die Abholung der Startunterlagen organisieren und einfach hinfahren. Ein bisschen Tapering in der Woche davor ... das war es auch.

In der festen Annahme, dass mit der geplanten Zielzeit vielleicht eine Top-Ten Platzierung herauskommt, ging es pünktlich um zehn Uhr mit den Marathonis und Viertelmarathonis los. Wie gewohnt, meine Wenigkeit etwas weiter von der ersten Startreihe entfernt, stürmte das Läuferfeld in Richtung Stadtpark. Nach und nach überholte ich nun zum Teil völlig überforderte Läufer - es gab wohl mal wieder eine 1000 m - Sprintwertung. Sollen sie halt machen, mir ging es nur um die 1:20:00 im Ziel. Mit voranschreitender Zeit wurde ich stutzig, da ich in meiner Phantasie eine 5km - Runde vor Augen hatte. Es war aber doch eine 10,xx km Runde. Schlechte Vorbereitung hat den positiven Effekt immer wieder neuer Überraschungen im Wettkampf. :
D

Nach geschätzten 8 km erreichte ich einen sehr leichtfüßigen Läufer, mit einem Trikot von Bad Düben. Sein gazellenartiger ruhiger Laufstil verschaffte mir die Gewissheit, dass es sich um einen Marathoni handeln muss. Der nächste Irrtum. Sein Tempo passt mir zu diesem Zeitpunkt sehr gut. Genau 3:45 min/km. Kurz bevor es wieder in die Innenstadt ging, ließ er allerdings ein wenig nach. Also ging es langsam vorbei. Für einen Marathon war er ja nun wirklich schnell genug unterwegs. Jetzt irritierte mich aber das Führungsfahrrad vor meiner Nase, welches nicht bei der vermeintlichen Marathonspitze blieb, sondern bei mir. Toller Service hier, sogar die ersten zehn bekommen hier ein Begleitfahrzeug. :))
Als ich dann aber die erste Runde geschafft hatte, kam sogar bei mir an was Sache ist. Ich bin halt nicht der Schnellste (im Kopf). Die Durchgangszeit von 39:41 war endlich mal eine klare Ansage und über jeden Zweifel erhaben. Es wurde wieder ein einsames Rennen ... bis auf das Führungsfahrzeug! Es war toll! Lange Abschnitte waren von entgegenkommenden Läufern geprägt. Sogar die haben mich angefeuert. Das Laufen fiel mir irgendwie sehr leicht, so voller Adrenalin. :D

hinter der vermeintlichen Marathonspitze :)

Beim Zieldurchlauf hab ich mich eigentlich nur über die Zeit gefreut, der Sieg ist irgendwie unfassbar (mit der Zeit). Den neuen Streckenrekord beim 3. HM in Chemnitz will ich aber auch nicht verschweigen. Wenn es mal klappt, dann richtig! 1:19:21 h (1:19:16 h)


Besonderer Dank geht an Heidi für die Abholung der Startunterlagen am Freitag und Antje für den freien Platz im Auto am Samstag! Eine Vereinsmitgliedschaft hat mehr Vorteile als "nur" gemeinsames Training.

Die nächsten zwei Wochen wird erstmal gründlich regeneriert. Lieber jetzt, wo es mir noch gut geht.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Silberseelauf 2010

Die ersten Wochen nach dem Leipzig Marathon hab ich gut zur Erholung nutzen können und mein Training ein wenig angepasst. Mit größeren Schritten und einem leicht gesteigerten Trainingstempo - man könnte jetzt auch von normalen Trainingstempo sprechen - soll es nun langsam aber stetig weiter voran gehen. Dabei fühlen sich meine Beine relativ schwer an. Ob das funktionieren wird?

Beim Silberseelauf über 20 km hat jedenfalls alles geklappt. Auf der ersten von vier Runden konnte ich mit einer vierköpfigen Führungsgruppe gut mithalten, wohlwissend dass die Anderen gemütlich traben und ich im Renntempo unterwegs bin. Die Pace lag bei rund 3:45 min/km. In der zweiten Runde war es dann aber mit der Gemütlichkeit der Anderen vorbei und sie zogen allmählich vondannen. Es wurde mal wieder ein einsames Rennen. Ein Tempodauerlauf mit Druck von Außen. :) Am Ende der zweiten Runde kam dann der Dirk von der LG eXa von hinten und wir liefen ein paar Kilometer gemeinsam. Bis auch er nach vorne verschwand. Aber das kannte ich ja schon vom LE-Marathon. Irgendwo im Niemandsland ... Am Ende wurde es Platz 6 in der Gesamtwertung und einmal mehr der vierte Platz in der AK. Dennoch gibt es wieder reichlich SRL-Punkte: 18 auf einem Streich. Platz 3 in der MHK ist nach heutigem Stand somit realistisch.

Sehr gut gefallen hat mir die Power in den Waden und Oberschenkelvorderseite. Erst nach 15 km kam ich hier vom Gefühl her an das Limit. Die Oberschenkelrückseite hat dagegen noch reichlich Optimierungspotential. Wenn das bis Rostock in den Griff zu bekommen ist ... :)


Am 5. Juni werde ich beim Chemnitz Marathon auf der Halbmarathon-Distanz starten und versuchen unter 1:20:00 h zu bleiben. Mit einem Hauch von Tapering sollte das gut machbar sein, dann stimmen die Bestzeiten wieder auf allen Distanzen. :D

Dienstag, 18. Mai 2010

tortellini alla panna

Die Woche um Christi Himmelfahrt 2010 war reich gespickt mit sportlichen Herausforderungen und eine willkommmene Abwechslung im Trainingsalltag. Mit frisch vollendetem 25. Lebensjahr fand im Rahmen des 19. Landesoffenen Läufertag der SG Motor Gohlis Nord Leipzig am 12. Mai 2010 ein 3000 m Lauf statt. Im kleinen Starterfeld sollte nach reichlicher Startverzögerung eine neue Bestzeit her. Die 10 Minuten sollten in absehbarer Zeit ja wohl machbar sein. Nicht aber heute. Relativ einsam die 7 1/2 Runden abspulend reichte es "nur" zu einer 10:05,x - also 10:06 min. Schade, aber der Abstand zur wohlklingenden 10 Minutenmarke ist jetzt nur noch halb so groß. Das wird schon noch. :)

Nach vollendeter Tat ging es dann zügig zum Auftaktfressen der Fitnesstour 2010 von Halle (Saale) nach Bad Rothenfelde. 4 Tage lang auf und neben dem Rad, über Stock und Stein. Viele bekannte Gesichter aus den letzten beiden Jahren waren dabei, aber auch ein paar Neue.

Die erste Etappe führte von Halle nach Blankenburg im Harz. Der erste Teil der Tour, der über Eisleben führte, birgt alljährig gewisse Gefahren. In den meisten Fällen ist es ja sehr lustig, haufenweise torkelnden Gestalten zu begegnen, nur können sich eben nicht alle beherrschen. Glücklicherweise gab es auch in diesem Jahr keine Zwischenfälle. Der Start war für die Gruppe gegen 8:30 Uhr in Halle an einer Jugendherberge geplant. Da das Wetter passte beschloss ich mit dem Rad nach Halle zu düsen. Am Sportforum kam mir laufenderweise Jan entgegen: gegen 6:30 Uhr!
Insgesamt wurden es an diesem Tag 168 km über Waldwege und Nebenstraßen mit 930 HM. Mit einigen kürzeren Pausen war ich 12 Stunden unterwegs. Da ich mit zu den besser trainierten Teinehmern zählte, war die Belastung aber sehr gering. Der Puls lag während des Fahrens im Schnitt immer recht deutlich unter 120 1/min.

mal wieder Pause machen :)

Am Freitag konnte ich vor dem Frühstück noch eine kleine 5 km Runde drehen. Auf herrlich weichen Waldwegen mit zum Teil sehr schweren Anstiegen war der Lauf die reinste Wohltat für Körper und Geist. Bestens gelaunt ging es somit zum Frühstück in die Jugendherberge zurück. Heute kommt das Highlight: der Brocken. Leider hatte uns das Wetter an diesem Tag einen Streich gespielt. Schönster Nebel verzierte die Landschaft. Sichtweite geschätzte 50 Meter wenn es mal etwas dünner wurde, sonst vielleicht 20 Meter. Sehr Schade. Die Abfahrt empfanden Viele als sehr kalt, doch so schlimm war es nun auch nicht. Beim Glocknerkönig war es deutlich schlimmer. :D Am Ende des Tages waren mit Ankunft in Bad Gandersheim (30 km südlich von Hildesheim) 112 km mit ca. 1500 HM in 9 1/2 Stunden geschafft. Die Übernachtung in einem von Nonnen geführten Kloster war im Einbettzimmer mit Dusche sehr angenehm. Beim Abendessen bei einem Italiener (wo auch sonst?) hab ich wohl irgendwo meine Polar RS200 verloren und nicht wieder finden können. Sehr schade, aber inzwischen ist der Nachfolger schon beschafft - eine F11. Zum reichaltigen Frühstück (nach 5 km Morgenlauf) hat eine Nonne für unsere Gruppe ein Gebet gesprochen, welches wohl nur über einen größeren Umweg oben angekommen ist. An diesem Tag hat es in Strömen geregnet. So wurde aus der Mountainbike-Etappe eine reine Überführungsetappe auf Asphalt.

der Brocken - unendliche Weiten

Bei maximal 5 °C, Gegenwind und Regen lautete das Tagesziel Porta Westfalica. Um die Truppe bei Laune zu halten gab es eine improvisierte Kaffe- und Kakaopause an einer verlassenen Bushaltestelle. Zum Mittag klarte es dann ein wenig auf und die Fahrt auf dem Weserradwanderweg sorgte für entspanntere Gesichter. Bei Ankunft in der Jugendherberge waren die Klamotten sogar fast wieder trocken. Die durchgefrorene Meute taute sich unter der Dusche langsam auf. Ich hab die Zeit nutzen können um von Innen heraus wieder warm zu werden. Direkt neben der Jugendherberge schrie eine ca. 800 m lange Runde mit steilem Anstieg auf Waldboden geradezu nach körperlicher Betätigung. Nach nichteinmal einer halben Stunde war es dann aber Zeit für die Dusche um rechtzeitig zum großen Fressen beim Italiener (deja-vue) zu kommen. Es gab Tortellini alla Panna. Die Daten in Kürze: 112 km, 300 HM, 6:45 h.

der war auch am Wilhelm-Denkmal

Sonntag, der letzte Tag der Tour. Die Sonne scheint und der Wind ist zu vernachlässigen. Vor dem Frühstück bin ich mal wieder zu Fuß losgezogen. Schön ruhig mit ein wenig Lauf-ABC an der Weser entlang wurden es 9 km. Es war traumhaft.
Mit dem Rad ging es hoch zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Dem Wiehengebirge folgend strampelten wir auf knappen 50 km ständig steil bergauf und bergab. Die folgenden Kilometer wurden deutlich flacher und waren asphaltiert. Mit Ankunft in Bad Rothenfelde hatten wir für den Sonntag 80 km mit 1200 HM in 8:30 h absolviert. Unsere 24 köpfige Gruppe ließ sich im Eiscafe San Marco nieder und genoss diverse Eisköstlichkeiten - sehr zu empfehlen!

Nach dem abschließenden gemeinsamen Abendmahl :D fuhren wir gegen 22:00 Uhr geduscht (Mensch und Rad) mit einem Kleintransporter zurück nach Leipzig. Im Bett lag ich letztlich 3:30 Uhr. Davon muss ich mich erstmal vier Wochen lang erholen. :)


Nächstes Jahr ist ein Abschnitt entlang der Innerdeutschen Grenze geplant - ich bin dabei!