Mittwoch, 12. Februar 2014

..., dann noch mehr Arbeit, ...

Der greifsche Gemütszustand ist voll erreicht. Immer schön zwischen Hoffen und Bangen, Verzweifeln und Wiederauferstehen, riesen Respekt (vielleicht auch Angst) vor dem noch Kommenden und Stolz auf das Geschaffte schwankend. An den meisten Tagen scheint die Aufgabe nicht zu schaffen zu sein, aber am Ende reicht es in der Regel doch zur Planerfüllung.
Inklusive einer morgendlichen regenerativen Runde unter Woche sind im Schnitt ca. 150 km in 11 Einheiten rausgekommen. Kern des Ganzen sind Dienstags und Donnerstags die schnellen Sachen und am Sonntag der lange Kanten. Ab übernächster Woche dann mit Endbeschleunigung. Die Langen über 41 km ohne Endbeschleunigung gehen inzwischen relativ locker von der Hand, einfach ist aber was anderes. Die kleinen Wehwechen wechseln sich munter ab. Mal die ein wenig Wade, mal ein wenig Mittelfuß. Natürlich auch die beliebten Sprunggelenke.

Gemessen an der Gesamtbelastung, die bei jeder Einheit deutlich zu spüren ist, bin ich mit der Form (vor allem dem mentalen Teil) sehr zufrieden. Bei nem Tempowechsellauf über 10 km unter 37 min allein auf der Bahn kann ich definitiv nicht meckern, auch wenn es psychisch am Limit ist. Gerade wegen besagter Vorbelastung.

Sind ja noch 63 Tage ...

Montag, 27. Januar 2014

erst die Arbeit, dann noch mehr Arbeit, ...

... irgendwann kommt dann der erlösende Wettkampf. Bis dahin ist es ja noch ein Stück von 11 Wochen. Die ersten Wochen des greifschen Trainings waren erwartet hart. Wie prognostiziert zeigt sich jetzt Mitte Januar, wie stark das intensive Training den eigenen Körper fordert. Schwächstes Glied war bei mir wohl die rechte Wade, die nach und nach mehr in den Vordergrund trat und schließlich am 16. Januar den Abbruch bei 4*4000 m im letzten Intervall zur Folge hatte. Äußerst unangenehm, aber lösbar im doppelten Sinn. Die selbst auserwählte Therapie bestand aus zwei Tagen Laufpause - ein Training war aufgrund einer Dienstreise eh nicht möglich - und anschließend rein regenerativen Einheiten. Das Ganze in der Woche vor dem Winterlauf am 25. Januar.

Bereits am Dienstag war nichts mehr zu spüren. Um sicher zu gehen sollte bis zum 10km-Wettkampf jedoch Schongang eingehalten werden. Dies betraf aber nur das Tempo. Seit Januar gönne ich mir unter der Woche eine Mordendliche regenerative Runde mit einer Länge von 4 (Standard) bis 10 km (nur in absoluten Ausnahmefällen). Wenn die eigentliche Bequemlichkeit erstmal überwunden ist, macht's sogar richtig Laune und man ist den Rest des Tages irgendwie frischer. Imposant wird dabei natürlich der Gesamtkilometerumfang in der Woche. Zu den bereits üppigen ca. 140 km des "Kerntrainingsplans" kommen so nochmal 20 bis 40 km hinzu. Die Erfahrung der letzten Wochen zeigt aber, dass die Regeneration besser wird. Die Langzeitwirkung steht noch in den Sternen. Wenn's funktioniert wie angedacht, geht's in Leipzig richtig ab! :D

Beim Winterlauf konnte ich den für Dienstag angesetzten Testlauf vorziehen. Sowohl was die Performance angeht als auch das Thema Wade betreffend. Beides erfolgreich bestanden. Platz 6 in der Gesamtwertung und 18 wichtige Punkte in der Stadtrangliste. Ernüchternd dabei die Erkenntnis, dass 2014 das letzte Jahr in der MHK ist ... ich werd' alt. :D

Mittwoch, 18. Dezember 2013

AnGREIFen 2014

Wie immer, soll im nächsten Jahr alles besser werden. Besser setzt meistens ein "anders" vorraus und zumindest das lässt sich umsetzen. Ein wenig analysiert was es in der Langstreckenläuferwelt so für Ansätze gibt und vor allem noch mal tief die innere Mitte befragt, was denn eigentlich das Ziel sein soll. Sowohl mittelfristig als auch langfristig. Baustellen hab ich ebenso genug, wie es etablierte Trainingskonzepte auf der Welt gibt. Das heimische Bücherregal weiß ein Lied davon zu singen. Doch was fehlte mir bisher eigentlich am Meisten? Wie ein sinnvolles Training über einen längeren Zeitraum aussehen sollte, ist soweit bekannt. Aber es fehlte ein wenig die Identifikation mit einem Konzept und daraus resultierend auch der bedingungslose Wille den geplanten Weg umzusetzen. 
Ein regelmäßiges Training in einer Gruppe ist leider aufgrund der gezwungenermaßen sehr kurzfristig flexiblen Arbeitszeiten kaum möglich, somit hat jede Einheit was von Einzelkämpferlehrgängen. Diese aufgezwungene Freiheit hat jedoch auch Vorteile - man wird bei der Umsetzung von vorher festgelegten Vorgaben während des Trainings nicht von Außen beeinflusst. Ein gewisses Maß an Ablenkung ist natürlich oftmals erwünscht - gerade wenn ich da an lange Tempodauerläufe denke, aber der Kampf mit sich selbst ist auch eine hervorragende Vorbereitung für die harten Momente im Wettkampf. Get tough or die!
Einen neuen Weg möchte ich aber bei der Trainingsgestaltung und auch beim Trainingsfeedback gehen. Soll heißen, deutlich mehr Führung von Außen. Es darf hart und grenzwertig zugehen, wenn die Gewissheit herrscht, dass am anderen Ende jemand mit reichlich Ahnung steht. Im konkreten Fall ist es Peter Greiff. Keine Schonkost, wozu aber unnötig in die Defensive gehen. Versuch macht kluch.

Klar es kostet Geld, aber was tut das nicht. Für Nahrungsergänzungsmittel und "bessere" Laufausrüstung gönne ich mir ja auch den ein oder anderen Euro. Solange das Geld selbstverdient wird, geht dass meiner Meinung nach voll in Ordnung. Sehr wichtig ist mir, dass nicht mehr nur von Hauptwettkampf zu Hauptwettkampf trainiert wird, sondern das Konzept ganzjährig mit allem drum und dran durchgezogen wird. 

Der erste Meilenstein für das Jahr 2014 soll traditionell der Leipzig Marathon werden. Die Sub 2:40 h sollten kein Hexenwerk erfordern, jedoch liegt die Hürde sehr hoch. Umso wichtiger wird eine sehr gute Vorbereitung - gut allein reicht nicht. Die große Herausforderung liegt weniger im Wettkampf selbst, als in der Vorbereitung. Dabei gibt es bei Greiff verschiedene Leidensstufen in Abhängigkeit der Trainingstage pro Woche und der maximalen KM-Leidensfähigkeit beim Langen Lauf. Wie es sich gehöhrt, natürlich erstmal alles auf Anschlag in Richtung Maximum. Also 7 Trainingstage bei max. ca. 40 km. Die ersten Wochen - die Vorbereitungen starteten bereits Ende November - verliefen bis jetzt sehr gut. Spätestens Mitte Januar sollte ich über den Berg sein und Gewissheit haben, Umfang und Intensität zu verkraften.

Im Gegensatz zum letzten Jahr werde ich versuchen konsequent den Winter über draußen zu laufen. Da das Wetter bis jetzt sehr gnädig war, lässt sich über das Gelingen noch wenig aussagen. Aber egal was ist: Keep on running!

Montag, 9. Dezember 2013

2013 - das war's

Das Erlebte vom München Marathon ist soweit verdaut und weitestgehend ausgewertet. So ist es halt, wenn man Risiko geht, muss man auch mal mit kleinen Rückschlägen zurechtkommen. Das macht ja eigentlich auch den Reiz erst richtig aus. Im Kontrast zum eigentlichen Ziel, den recht flachen 42,2 km in München, gab es nun zu Saisonausklang kurze Crossläufe.

Die Stadtmeisterschaften im Crosslauf sollten in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre machen. Mehr Cross geht im Rosental einfach nicht. Quer durchs Gebüsch oder übers Beachvolleyballfeld, mal hoch mal runter - traumhaft. Zudem gibt es bei Crossläufen ja auch keine Bestzeiten. Also einfach schauen was die anderen machen und ordentlich mitmachen. Aus Angst mich zu verlaufen, hab ich mich auf der ersten Runde einer kleinen Gruppe angeschlossen, die zwar ein wenig zu schnell für mich unterwegs war, aber die Gefahr des Übernehmens nicht unvertretbar groß werden ließ. Am Ende kam ein recht einsamer aber sehr zufriedenstellender 6. Platz heraus. Spätestens jetzt war auch klar, dass es in der Stadtranglistenwertung kein Podestplatz in diesem Jahr geben wird. Somit war es auch nicht tragisch beim Auewaldlauf abstinent zu sein. Denn an diesem Tag waren Landesmeisterschaften im Crosslauf.

Wie im letzten Jahr ging es in die Metropole nahe der Zwickauer Mulde. Einen riesigen Unterschied zu den Vorjahren gab es allerdings. Statt stundenlang auf verwinkelten Land- und Nebenstraßen Ostsachsen zu durchqueren, ging‘s über B2 und A72 fast nur geradeaus und ungebremst zum Start. Auf dem Programm stand heute ein Doppelstart. Erst morgens 4 km und nachmittags nochmal 10 km. Garniert mit reichlichen Höhenmetern - mir ist kein Meter auf der Strecke bewusst, der nicht ansteigend oder abfallend ist - ein sehr ordentliches Programm für mich Flachlandtiroler.
Für die ersten 4 km war ich eigentlich nur gemeldet, damit wir eine Mannschaft zusammenbekommen. Da unser dritter Mann aber nicht rechtzeitig erschien, hatte sich das Thema schon vor Startschuss erledigt. Da kurze schnelle Läufe definitiv keine Stärke von mir sind, war die Erwartungshaltung auch sehr gering. Befreites Laufen par excellence! Kurz nach dem Start hätte ich fast einen etwas älteren Teilnehmer umgerannt - ganz Gentleman ginz links raus aufs Feld und somit kurz einen halben Meter in die Tiefe. Jetzt war ich wach. :) Bergauf war es immer wieder zäh - aber bergab gab's kein Halten mehr. Es war wirklich krass. Die ersten 3 Kilometer waren von einer leichten Tendenz nach vorne im Feld nicht zu übersehen, bevor ich auf einmal auf einem langen Bergabstück auf Platz drei vor flog. Es war ja mit vielem zu rechnen, aber nicht damit. Mit kleinem Vorsprung am Schlussanstieg konnte ich sogar ein wenig Druck rausnehmen - schließlich kommt ja später noch was.
Der zweite Lauf war dann doch sehr zäh. Wohlwissend das nach dem Erfolg vom Morgen keine Wunder mehr möglich sein sollten rollte es dennoch ganz ordentlich. Wie gewohnt bergauf langsamer als der Durchschnitt und bergab etwas schneller. Am Ende noch ein sehr ordentlicher 7ter Platz.


Am Ende somit wieder alles Gut und die Planung und Vorbereitung für 2014 kann beginnen.

Sonntag, 13. Oktober 2013

München 2013: Aufgabe nach 24 km

bis einschließlich Halbmarathon lief alles voll nach Plan, vielleicht nicht locker genug für ein Finish unter 2:40h, aber wer weiß. In einer kleinen aber feinen Gruppe mit der späteren Deutschen Marathonmeisterin ging es genau im Zieltempo durch München. Im Gegensatz zu den offiziellen Zwischenzeiten auch sehr gleichmäßig - die Matten lagen definitiv nicht an den richtigen Stellen, aber egal. Die Markierung für den Halbmarathon stimmte definitiv, da hier ja auch später das Halbmarthonfeld starten wird.

Bei irgendeinem Verpflegungspunkt gegen Halbmarathon hab ich dummerweise zum Iso-Getränk gegriffen. Die Folge für kurze Zeit massive Darmkrämpfe. Kurz Tempo rausgenommen und die Darmkrämpfe verschwanden relativ schnell. Das eigentliche Problem sollte aber das daraus resultierende Seitenstechen werden, welches sich auf das gesamte Zwerchfell ausbreitete. Alles versucht, weiterlaufen, Trabpausen, Gehpausen, Stehpausen ... mehrfach über 4 bis 5 Kilometer. Dann war klar, das auch aus persönlicher Bestzeit nix mehr werden würde. Somit war das Rennen de facto beendet. Selbst beim lockeren Weitertraben musste ich ständig Gehpausen machen. In Leipzig wäre es definitiv ein klassisches DNF geworden.

Dann kamen noch so tolle Kommentare von den Zuschauer wie "sieht locker aus". Wenn es der Industrie mal richtig schlecht gehen sollte, werde ich Schauspieler. Bin ja anscheinend schon fast überqualifiziert. :)

Trotz der "besseren" Wanderung auf den letzten 16 Kilometern mit 2:59:06 im Ziel. Schon seltsam wenn man sich am liebsten irgendwo im Wald vergraben würde, während um einen herum laute Jubelschreie erklingen und zahlreiche Freudentränen mitten im Olympiastadion fließen.


Jetzt erstmal ein paar Tage das Erlebte verdauen, dann schauen mer mal wie es genau läuferisch weitergehen soll.